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Eva-Maria Ammon, „Tatort Jesus – Mein Neues Testament“
Hardcover, 359 Seiten, 25,- €, Smaragd Verlag, 5. Auflage 2009    



„Tatort Jesus“ von Eva-Maria Ammon ist ein modernes Channeling-Buch. Es vertritt den Anspruch, auf unmittelbarer göttlicher Durchgabe zu beruhen. Jesus Christus selber, als aufgestiegener Meister Sananda genannt, möchte die Irrtümer bisheriger Evangelien richtigstellen. Es ist nicht das erste Evangelium mit diesem Anspruch, quasi eine Autobiographie von Jesus zu sein. Es sind da zu nennen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

-       „Das Wassermann Evangelium von Jesus dem Christus“ von Levi

-       und „Das ist Mein Wort“ von Gabriele von Würzburg.


Es fällt sehr schwer zu glauben, dass alle diese Evangelien reine Durchgaben des einen Wesens sein sollen. Es gibt ganz gewiss auch „Offenbarungs-Mischgut“, wo sich also die reinen Durchgaben vom himmlischen Wesen und die menschlichen Vorstellungen des Channels durchmischen. Dennoch würde ich auch eine solche Offenbarung nicht einfach verwerfen. Wesentlich ist die edle Absicht und was sie in unserer Seele berührt.

Bedeutet eine kritische Rezension von „Tatort Jesus“, Jesus selber zu kritisieren? – Zum Glück hat Eva-Maria Ammon nicht eine neue alleinseligmachende Kirche begründet, die ihr Evangelium als „Heilige Schrift“ proklamiert und Kritiker an diesem Evangelium verflucht oder verfolgt. Das Konzept einer solchen Institution lehnt Eva-Maria Ammon ab, demnach vermutlich auch das begrenzende Konzept einer „Heiligen Schrift“. Wenn ich hier „Tatort Jesus“ kritisch beurteile, dann nicht, weil ich mir anmaßen würde, Jesus zu kritisieren, sondern weil „Tatort Jesus“ meiner Meinung nach ein Mischgut ist – eine Mischung von göttlichen Offenbarungsimpulsen und den menschlichen Vorstellungen der Autorin. Dabei bin ich mir bewusst, dass meine eigenen Meinungen und Vorstellungen natürlich nicht Wissen bedeuten. Was ich hier wiedergebe, beruht nicht auf Durchgaben bzw. Kontakten mit aufgestiegenen Meistern, sondern „nur“ auf einem vergleichenden verstandesmäßigen Studium verschiedener außerbiblischer Evangelien und Neuoffenbarungen. Ich bin mir bewusst, dass in neu-esoterischen Kreisen der Verstand weitgehend abgewertet wird, glaube jedoch, dass ein erfolgreich beschrittener Erkenntnisweg aller unserer Potentiale bedarf – dass also Intuition und Verstand eine Verbindung eingehen sollten, um uns weiterzuführen. Dem Ideal des neu-esoterischen Bauchmenschen möchte ich daher das Ideal des christlichen Herzensdenkers entgegensetzen. Somit hoffe ich, mit dieser Rezension gerade aus diesem Ansatz heraus hilfreiche Impulse anbieten zu können.

Darüber hinaus muss ich zugeben, das Buch nur „quergelesen“ zu haben. Es war nicht so ganz meine Energie. Dennoch soll das hier ausdrücklich keine Aburteilung des Werkes sein. Die Rezensionen zu diesem Buch bei Amazon loben ja alle entweder das Buch in den Himmel, oder sie bezeichnen es als Teufelswerk. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Obwohl ich also vielleicht etwas oberflächlich darangehe, und hier einfach mal ein paar Gedanken und Gefühle rauslassen will, die das Buch bei mir wachgerufen hat, möchte ich dennoch mit dieser Rezension aufzeigen, dass das christliche Herzensdenken uns befähigt, uns differenzierter mit spirituellen Botschaften auseinanderzusetzen.


Zunächst einmal enthält „Tatort Jesus“ zwei wertvolle Grundbotschaften:

-       Der inkarnierte Teilaspekt Jeshua des himmlischen Gottessohnes Sananda hat ein  pralles buntes Leben geführt, reich an sozialen Beziehungen. Vermutlich konnte sich Jeshua durch eine erfolgreiche Arbeit als Zimmermann einen materiellen Wohlstand aufbauen und ging bei seinen Jüngern nicht nur ein und aus, weil sie ihn lieb hatten, sondern weil er durch seine Arbeit auch einen Anteil an ihren Behausungen hatte. Ob Jeshua tatsächlich, wie in „Tatort Jesus“ geschildert, eine Familie gegründet und Kinder gezeugt hat, möchte ich hingegen anzweifeln. Wenn er doch seine Jünger und Nachfolger als seine Brüder, Schwestern, Mütter, Väter, Kinder bezeichnet hat – hat er damit nicht ausgedrückt, dass seine Lebensaufgabe es war, sich um die ganze Menschheitsfamilie zu kümmern? Konnte ein Mensch mit einer solchen Mission und dem klaren Bewusstsein der Begrenztheit der irdischen Lebensdauer sich die Zeit für Privates nehmen?
Ein klerikales Zölibat, das einfach einer religiösen Schule flächendeckend aufgedrückt wird und den einzelnen mit seiner Not alleine lässt, lehnt die Autorin sicher ab. Wahrscheinlich möchte sie mit ihrem Jesus-Bild diese Ablehnung ausdrücken. Doch es ist eine ganz andere Frage, ob es in den Mysterienschulen der alten Traditionen wie den Pythagoräern, den Griechen, den Ägyptern, den Kelten oder eben den Essenern, denen Jesus entstammt, nicht immer wieder einzelne, besonders begabte Adepten gegeben hat, die sich für einen zölibatären Weg entschieden haben und die auch für diesen Weg durch den in Vorinkarnationen erworbenen Seelenzustand geeignet waren. Aber unabhängig davon, ob Jesus ein zölibatäres Leben geführt hat oder nicht, ist es in jedem Fall ein großes Verdienst des Buches aufzuzeigen, dass der auf Buße und Leiden reduzierte „Jesus“ der Kirchen eine Kunstfigur ist.
Jeshua ben Joseph aus der Siedlung des Essener-Ordens Nazareth ist eine historische Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte. Der Sohn einer Jungfrau „Jesus“ aber, der durch ein barbarisches Blutopfer die Menschheit von ihren Sünden reingewaschen haben soll, ist eine Kunstfigur, die weder die historische Wirklichkeit noch die spirituellen Abläufe wiederspiegelt.

(Der Einfachheit halber verwende ich dennoch weiter den Namen Jesus, wie es ja auch der Titel tut.)

-       Die zweite wertvolle Grundaussage des Buches betrifft die Überbetonung des Männlichen in der Gesellschaft – zu Zeiten Jesu und heute mehr denn je. Die Erkenntnis, dass das Männliche ohne dem ausgleichenden Weiblichen von der Härte geradewegs in die Grausamkeit führt, ist ein Fanal der Wahrheit, das dringend gehört werden sollte. Es steht ein Umdenken an, wozu das Buch den Schlüssel liefert, um von einer Gesellschaft der Ellbogen und des Verbrechens zu einer Gesellschaft der Kooperation und der Fürsorge zu gelangen. Hierbei klärt das Buch darüber auf, dass es nicht nur die Männer sind, die ihren weiblichen Anteil in sich entdecken müssen, um wieder heil und ganz zu werden (so wie Jesus selber als Urbild des „neuen Mannes“). Sondern auch die Frauen müssen es lernen, sich von ihrer Rolle als Mannweiber zu lösen.



Kritik: Das Buch drückt es so aus, dass die Frauen „die Göttin“ in sich entdecken müssen. Klingt neu-esoterisch chic, jedoch habe ich mit dem Begriff Schwierigkeiten. Ich glaube an den EINEN Vater-Mutter-Gott, der das Männliche und das Weibliche beinhaltet, wunderbar ausgedrückt im chinesischen Tao-Symbol. Die inflationäre Mehrzahl-Verwendung von „Göttern“ und „Göttinnen“ jedoch birgt in sich die Gefahr der kultischen Verehrung und Überhöhung von Menschen – eine verbreitete Verirrung in der Gesellschaft, von der wir uns durch die Hinwendung an den EINEN Gott, gemäß dem Ersten Mosaischen Gebot, lösen können.

Braucht die Frau wirklich den Begriff der „Göttin“, um zu einem neuen Selbstbewusstsein zu finden? Ich als Mann jedenfalls schöpfe mein Selbstbewusstsein aus dem Bewusstsein, Gottes KIND zu sein.

Mich selber als „Gott“ zu bezeichnen, würde mir als Anmaßung erscheinen.

Mit dem Begriff der „Göttin“ erreichen die Frauen eine Über-Kompensation ihres angeschlagenen Selbstbewusstseins. Er schießt über das Ziel hinaus, denn er stellt sie über die Männer. Er führt also zu keinem echten Ausgleich.

Warum muss die Frau „Die Göttin“ in sich entdecken?
Wäre es nicht der entscheidende Schritt, wenn sie einfach mal das Weibliche in sich entdeckt?  


Zurück zum „Tatort Jesus“:

Dass Jesus am Ende der Kreuzigung in Versuchung war, das Silberband zu lösen, das Körper und Seele verbindet, das dass er dieser Versuchung widerstand, ist durchaus einleuchtend. Er war also im spirituellen Sinne gar nicht tot, auch wenn er in der heutigen organgierigen Zeit ganz sicher für tot erklärt worden wäre. Wäre er im spirituellen Sinne tot gewesen, wäre also das Silberband durchtrennt worden, wäre die Auferstehung nicht mehr möglich gewesen.

Die verschiedenen Evangelien widersprechen sich in ihren Schilderungen, welches Leben Jesus nach der Auferstehung geführt haben soll.

-       Ist er gen Himmel aufgefahren?
(biblische Evangelien)
-       Ist er nach Indien gegangen und hat im Kaschmir-Gebirge als Familienvater sein privates Glück gefunden?
(neu-esoterische Auffassung)
-       Hat er im Karmel-Kloster im Geheimen für die Menschheit gewirkt?
(„Essener Erinnerungen“ von Anne und Daniel Meurois-Givaudan)

Nach „Tatort Jesus“ soll er mit seiner Ehefrau Maria Magdalena nach Südfrankreich gegangen sein. Dort habe er als Familienvater gelebt und mit seiner Frau getrennte Mysterienschulen aufgebaut – eine für die Männer und eine für die Frauen.  

Natürlich hängt die Version des Lebens Jesu nach der Kreuzigung eng mit der Deutung von Golgatha zusammen. Nach „Tatort Jesus“ war Golgatha einfach ein Betriebsunfall der Geschichte – die Begnadigung aus Rom sei einfach zu spät eingetroffen. Jesus habe das Martyrium mit einem starken Betäubungstrank durchgestanden, der ihm alle Schmerzen genommen, aber ihm das klare Bewusstsein erhalten haben soll. Die frühchristlichen Märtyrer hätten ebenfalls diesen Wundertrank gehabt und seien Leid und Schmerz im Zuge der Christenverfolgung weitgehend entgangen. Ist das nicht Wunschdenken? Wird nicht durch diese Negierung der Folterqualen die frühchristliche Geschichte einer Dimension beraubt?

Es ist richtig, dass auch Jesus bestimmt niemals scharf darauf war zu leiden. Leiden will niemand – wenn es nicht einem höheren Sinn dient. Es ist richtig, dass der himmlische Vater bestimmt niemals wollte, dass sein Sohn so sehr leiden muss. Er ist kein blutrünstiger Rachegott, der eines Blutopfers bedarf, um die sündige Menschheit zu verschonen. Diese Botschaft der Kirchen ist natürlich eine barbarische Fehlinterpretation, die kolportiert wurde, um ihre Schafe zu verängstigen, dem gütigen innewohnenden Schöpfergott zu entfernen und dadurch besser manipulieren zu können. Es ist notwendig, dass dieser Betrug entlarvt wird.

Es ist jedoch nicht automatisch etwas deshalb richtig, weil es gegen einen Betrug vorgeht. Der Sozialismus war auch nicht einfach deshalb richtig, weil er gegen den Betrug des Nationalsozialismus vorging. Diese Selbstrechtfertigung durch die Richtigstellung eines vorhergehenden Irrtums ist eine Denkfalle, der meineserachtens „Tatort Jesus“ unterliegt. Das, was nicht der alte Irrtum ist, muss die Wahrheit sein? – Nein! Das, was nicht der alte Irrtum ist, kann auch ein neuer Irrtum sein! Liefert „Tatort Jesus“ eine hilfreiche Aufklärung für die wahre Bedeutung von Golgatha?
Wie war es wirklich?

Soll Jesus im Garten Gethsemane umsonst Blut und Wasser geschwitzt haben? Sollen alle Leidenden der Menschheitsgeschichte, die in Jesus ihren Leidensbruder gesehen haben, angefangen bei den beiden Mitgekreuzigten, einem Irrtum aufgesessen sein? Soll der Trost, der ihnen durch sein Beispiel zuteil wurde, auf Sand gebaut sein? Auch wenn die Reduzierung der Gestalt Jesu auf das Leiden natürlich falsch ist – war es nicht sein Anliegen, durch sein eigenes Beispiel zu zeigen, dass wir uns durch die Androhung von Folter und Tod keinesfalls verbiegen lassen sollen, weil es eine Hoffnung gibt, die über das irdische Leben hinausweist?

Natürlich war es nicht Gottes Plan, dass Jesus auf diesem Weg zum Erlöser wird. Die Schergen der Römer waren in dem was sie taten, nicht Diener des Göttlichen, sondern der Finsternis. Es ging um den Kampf zwischen Licht und Finsternis und die Frage, wie dieser Kampf entschieden werden könnte. Natürlich war es Gottes Plan, dass Jesus die finstere Erde erlöst, indem sich die Menschen dem göttlichen Licht öffnen. Indem sie seine Anhänger werden und ihm nachfolgen, nicht ihn verfolgen. Das göttliche Licht sollte von Israel ausgehend die ganze Erde wie ein Flächenbrand in ein Paradies verwandeln. Zu viele Menschen aber hingen an den alten Strukturen der Finsternis fest, leider auch viele von jenen, die mit dem Seelenauftrag in Israel inkarniert waren, mit Jesus zusammen das Licht zu verbreiten. Die Widersacher Gottes aber hatten ihr Werk zu diesem Zeitpunkt so weit vorangetrieben, dass ihre Macht drohte übermächtig zu werden. Jesus war Gottes „letzte Waffe“ und seine Kreuzigung „Plan B“. Die Erlösung durch die Kreuzigung bedeutete nicht, dass die Menschheit von ihren Sünden reingewaschen wurde. Dennoch musste Jesus leiden, denn er nahm einen Teil des Karmas der Juden auf sich und trug ihn ab. Die Abtragung des Karmas eines anderen durch eine reine Seele wird in „Tatort Jesus“ geleugnet. Dabei gibt es dafür durchaus auch andere Beispiele, insbesondere in den Yoga-Traditionen Indiens. Dieses übernommene Teilkarma der Juden war natürlich nicht die eigentliche Mission Jesu, die sich auf die ganze Menschheit bezog. Aber diese Abtragung vollzog sich durch echtes Leiden – nicht durch abgemildertes Leiden, sondern durch auf die Spitze getriebenes Leiden.

Durch diese Situation entstand der ultimative Kampf zwischen Licht und Finsternis, der auf die Spitze getriebene Kampf. Der Sieg über die Finsternis kann ja nicht errungen werden, indem man ihr eins auf die Mütze gibt und den Zeigefinger erhebt. Sondern indem man sich ihren größten Versuchungen aussetzt und dennoch dem Licht treu bleibt. Jesus hatte bereits allen Verlockungen durch Reichtum, Lust oder Stellung widerstanden, er hatte bereits allen Einschüchterungen standgehalten. Darin bestand nun die letzte Prüfung durch die finsteren Mächte: Würde Jesus dieses Los von Kerkerhaft, Verhöhnung und Foltertod erdulden ohne einen Anflug von Hass und Groll? Wie gesagt, das Licht hätte auch auf anderem Wege die Menschheit und die Erde anheben und den Sieg erringen können. Da aber die meisten Menschen Jesus auf seinem Weg nicht folgten, musste er den schweren Weg gehen. Auf Golgatha wurde die entscheidende Wende für das Licht herbeigeführt:

-       Satana, das Geist-Dual Gott-Vaters, war die Initiatorin des „Falls“, der Abkehr von Gott. Ales erstes hatte sie vor Urzeiten Luzifer, den Zweitgeborenen, verführt und zu einem Feldzug gegen den Schöpfer-Vater angestiftet. Nun kniete sie in der geistigen Welt vor dem Kreuz ihres Erstgeborenen nieder. Alles Leid, das zuvor ihr Wirken verursacht hatte, hatte nicht ihr Herz berühren können. Da sie nun aber ihren Erstgeborenen so leiden sah und dabei wusste, dass ursprünglich sie es war, die diese Situation herbeigeführt hatte, erfasste sie zum ersten Mal tiefe Reue. Satana ist seither durch einen schweren Weg wieder bis zum Himmelstor aufgestiegen, kann jedoch nicht hindurch, bis auch die letzte Seele wieder in die himmlischen Welten zurückgefunden hat. Luzifer hat seitdem versucht, die Führung der finsteren Mächte zu übernehmen. Die finsteren Mächte sind jedoch seitdem zersplittert, untereinander uneins und bekämpfen sich gegenseitig. Zur früheren Einheit unter Satana haben sie nicht mehr zurückgefunden. Obwohl sie bis heute noch kämpfen, viel Übles anrichten und eine große Gefahr für die einzelne Seele darstellen, ist ihr Untergang eigentlich bereits seit 2000 Jahren besiegelt.

-       Das Bestehen dieser letzten Prüfung, das Erdulden der Folter bei völliger Ergebenheit und Ruhe des Gemüts, erlaubte die entscheidende energetische Wende im Geschehen der Erlösung: Das geistige Erbe Jesu, die Teilkraft in der Urkraft, ergoss sich in die gesamte gefallene Schöpfung. Bis zum endgültigen Sieg haben die Essener auf der Erde und unzählige Engel in den geistigen Bereichen für Jesus gebetet und mitgebangt, dass dieser Sieg errungen werden möge. Es war ein einmaliger Kampf zwischen Licht und Finsternis, der auf Messers Schneide stand. Die Folgen eines Scheiterns wären für die gesamte Schöpfung ungeheuerlich gewesen. Das Aufatmen in den geistigen Bereichen durchzog das gesamte Universum, als das „Vollbracht“ gesprochen wurde und die Erlöserkraft sich in die Schöpfung ergoss, was sich in der Bibel als „Erdbeben“ niedergeschlagen hat. Der Erlöserfunke, den seither jede gefallene Seele trägt, garantiert die Rückkehr in die himmlischen Welten, wie tief sie auch immer fallen mag, über wie viele Inkarnationen sie sich auch weiterhin noch der Finsternis zur Verfügung stellen mag. Diese Garantie hätte ohne den Erlöserfunken aufgrund der „erfolgreichen Arbeit der Finsternis nicht mehr aufrechterhalten werden können. Wohlbemerkt: Der Erlöserfunken wäscht die Seele keinesfalls von allen Sünden rein, aber er gibt ihr ein stützendes Licht.

-       Durch die Lichtausschüttung wurden die geistigen Fallebenen zu Reinigungsebenen. Der Aufstieg und die Rückkehr der gefallenen Seelen wurde „neu organisiert“ und dadurch erleichtert.

(Dieses Verständnis des Erlösungsgeschehens beruht auf Offenbarungen gegeben durch Gabriele von Würzburg in der Gemeinschaft „Universelles Leben“.)  


Die Kirchen haben es mit ihrer Version vom blutrünstigen Rachegott, der eines Folteropfers bedarf, um seine Wut auf die sündhafte Menschheit zu besänftigen, nicht vermocht, dem Golgatha-Opfer eine sinnvolle Deutung zu geben. „Tatort Jesus“ bemüht sich zwar, dieses irrige Gottesbild zu korrigieren, jedoch eine sinnvolle Deutung des Golgatha-Opfers vermag es ebenfalls nicht anzubieten. Golgatha – ein Betriebsunfall der Geschichte, aber mit genügend Dope einigermaßen zu ertragen???  

Das Leben in den gefallenen Welten ist mit Leid verbunden. Wer diese Grundwahrheit anerkennt, muss damit dem Schöpfer durchaus keinen Sadismus unterstellen. Der Schöpfer hat die himmlischen Welten erschaffen, in denen alle seine Geschöpfe für immer hätten verbleiben können. Dass es leiderfüllte gefallene Welten gibt, resultiert durchaus nicht aus dem Plan des Schöpfers, sondern aus dem fehlgeleiteten Eigenwillen seiner Geschöpfe. Es ist dem Umstand geschuldet, dass Gott seinen Geschöpfen den freien Willen lässt und es ihnen daher auch überlässt, sich ihre Welt so zu gestalten, wie es ihnen beliebt.

Leider leben wir noch nicht im Himmel. Deshalb sollte man der Grundwahrheit des Leidens besser ins Auge sehen – wie der Buddhismus – als sie zu negieren. Mit Golgatha hatte der „Fall“ einen Tiefpunkt erreicht, der zugleich die Wende bedeutete. Unabhängig davon, ob die von mir wiedergegebene Sicht des Erlösungsgeschehens richtig ist oder nicht – ich halte es für notwendig, in dem vollständigen Evangelium Jesu eine Deutung des Golgatha-Opfers anzubieten.

In der Deutung eines menschheitsumfassenden Erlösungsgeschehens macht es natürlich wenig Sinn, wenn Jesus nach dem Golgatha-Opfer ein Leben als irdischer Familienvater führte. In das Bild dieser Deutung passt die „Himmelfahrt“ als eine Transformation seines irdischen Leibes, die es ihm ermöglichte, die geistigen Ebenen bis hinauf zu Gott-Vater zu durchschreiten. Aus den geistigen Welten heraus leitet er seither das große Werk der Erlösung und Heimholung aller Seelen und hat durch seine treuen Diener viele Hände und viele Münder, die auf Erden für ihn wirken können.



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