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zu Rezension "Köstliche Revolution"



05.08.2013


Sehr geehrter Herr Stranz,

vielen Dank für Ihre Mail an mich. Leider kann man nicht direkt auf Ihrer Seite kommentieren, was natürlich dazu führt, dass Ihre Rezension in ein einseitiges Licht gestellt wird. Aber ich möchte Ihnen dennoch gerne ein paar Anmerkungen dazu schicken:


"Vorab: Dieses Buch empfiehlt Fleisch."

Dazu möchte ich sagen: Die Philosophie von LCHF besteht aus drei Bausteinen:
1. Man begrenzt die Kohlenhydratzufuhr auf ein Minimum.
2. Man ersetzt die dadurch fehlende Nahrungsmenge mit natürlichem Fett, d.h. weitestgehend tierischem Fett.
Die Proteinmenge bleibt unverändert.
3. Man ernährt sich mit natürlichen Nahrungsmitteln (d.h. keine künstlichen Zusatzstoffe, keine Süßstoffe etc.) die vorzugsweise biologischer Herkunft sind. 

In dem Buch von Dr. Eenfeldt wird eine Ernährung nach oben genannten 3 Hauptpunkten empfohlen. Ich kann keine Stelle im Buch finden, wo Fleisch "empfohlen" wird. Es gibt hier in Schweden auch sehr viele Vegetarier, die sich nach LCHF ernähren, denn sie können die Zufuhr von essenziellen Proteinen durch Eier oder Milchprodukte sichern.


"...stellt er auch das Obst unter Generalverdacht
(wegen den enthaltenen Zuckerstoffen)…."

Da Obst sehr viel Zucker enthält, wird im Rahmen von LCHF (siehe Punkt 1) Wert darauf gelegt, eher auf Gemüse und Salate auszuweichen. Gerade kranke, stark übergewichtige Menschen müssen darauf achten, die KH-Zufuhr gering zu halten und daher wäre es nur kontraproduktiv wenn man Obst essen würde. Es gibt aus physiologischen Gründen auch keinen Grund, Obst zu essen. Gemüse, Salat und auch viele tierische Produkte enthalten alle Vitamine und Mineralien, die wir brauchen. Beeren jedoch sind auch in der LCHF Ernährung weitgehend vertreten.


"...Anstattdessen tut aber Dr. Eenfeldt so, als habe er das Ei des Kolumbus gefunden…."

Dr. Eenfeldt nimmt in keinster Weise in Anspruch darauf, der "Erfinder" von LCHF zu sein. Diese Ernährungsweise hat sich vor knapp 10 Jahren durch mehrere Pioniere hier in Schweden herauskristallisiert. Keiner von ihnen bezeichnet sich als Urheber. Auch nicht Dr. Eenfeldt. 


"….Der Punkt: Natürlich gibt es nicht nur die Entscheidung zwischen Fett und Kohlenhydraten. Bald jedes Kind weiß, dass die Hauptbestandteile der Ernährung deren drei sind, nämlich Fett, Kohlenhydrate UND EIWEISS! 
Wie kann man von einem Dreieck einfach eine ganze Ecke ignorieren???…."

Jeder, der sich mit Ernährungsfragen auskennt, auch sogar die DGE sagt, dass Kohlenhydrate nicht essenziell sind. D.h. sie könnten theoretisch ganz aus unserer Ernährung gestrichen werden und wir könnten dennoch gut überleben. Sie ganz zu streichen ist aber praktisch kaum möglich, da sie - wenn auch in kleinen Mengen - fast in jedem Lebensmittel enthalten sind. Essenziell sind sie aber nicht. 

 
"….Dr. Eenfeldt empfiehlt mehr Fleisch und Fisch und Eier und Milchprodukte…."

Dieser Kritikpunkt von Ihnen ist der schwerwiegendste und gleichzeitig auch der falscheste! Sie sprechen sogar von "Fleisch-Propaganda", "leidenschaftlicher Fleisch-Befürworter" etc. Diese Aussagen Ihrerseits sind grundlegend falsch!
Dr. Eenfeldt empfiehlt, wie alle anderen die sich nach LCHF ernähren, NICHT mehr Fleisch und Fisch und Eier und Milchprodukte. LCHF zielt darauf hinaus die verminderte Menge an Kohlenhydraten mit FETT zu ersetzen. Auf keinen Fall wird empfohlen MEHR Fleisch etc. zu verzehren. (Siehe Punkt 2 der Definition oben!)
Es würde mich sehr interessieren, an welcher Stelle im Buch Sie ihre Behauptungen festmachen??? 


Aber dann schreiben Sie auch:
"….Warum aber ist der fleischverzehrende Hund so scharf auf den Knochen?…."

Gerade weil er an das leckere, sehr gesunde und vor allem FETTE Knochenmark kommen möchte. Genau wie das im Rahmen von LCHF überall empfohlen wird :-)

Mit freundlichen Grüßen

Nicole Lindborg (
www.lchf.de)



07.08.2013 

Sehr geehrte Frau Lindborg,

gerne stelle ich Ihre Anmerkungen unter Kommentare / Fragen ins Netz und setze einen Link darauf direkt unter der Rezension. Was ich ganz bestimmt nicht möchte, ist eine einseitige Polemik. Mir sind alle Rückmeldungen willkommen, auch die kontroversen, solange eine sachliche Auseinandersetzung stattfindet. 


Fleischempfehlung?


Sie schreiben, sie fänden keine Stelle im Buch, wo Fleisch empfohlen wird. Natürlich kann ich Ihnen auch kein Zitat nennen, wo Dr. Eenfeldt schreibt „Ich empfehle Fleisch“. Allerdings beruhen sämtliche Heilungsberichte auf einer sehr fleischbetonten Ernährung. Die angeführten Untersuchungen bei Naturvölkern fanden bei Völkern in arktischen Regionen statt, die naturgemäß eine sehr fleischbetonte Ernährung haben.
Es sind keine Volksgruppen als Gesundheitsbeispiele angeführt, die eine weniger fleischbetonte Ernährung haben – wie z.B. die Hunzas im Kaschmir-Gebirge, die von Are Waerland gerne angeführt werden.

Eine Gegenüberstellung von gesunder und ungesunder Ernährung in dem Buch sieht z.B. so aus:
„Es zeigte sich, dass diese (die traditionelle Ernährung) äußerst wenig Kohlenhydrate enthalten hatte: Fisch, Schalentiere, Elch, Reh und so weiter, hier und da grüne Pflanzen samt Beeren je nach Saison. Jetzt war die Situation eine andere: Brot, Kartoffeln und Nudelsalat wurden zum Essen gereicht, es gab Kuchen als Dessert und all das wurde mit Limo und Juice hinuntergespült.“ (S. 138)

Bei den Rezepten geht es los mit Eier und Speck zum Frühstück.
„Mittags und abends.
Wählen Sie Fleisch-, Fisch- oder Geflügelgerichte
mit Gemüse und fetten Saucen…“ (Sn. 210 / 211)

Ein weiteres Beispiel, das ich als noch stärker empfinde:
„Die mögliche Gefahr durch Fett war wissenschaftlich schwer abzuhandeln. Aber in gewissen Kreisen wurde die Theorie immer populärer. Der Zeitgeist der siebziger Jahre half mit. Man betrachtete den Konsum von Fleisch und Eiern als Aussaugen der Ressourcen unserer Erde; vegetarisches und fettarmes Essen als Lösung der Hungersnot in Afrika.“ (S. 45)

Ich stimme durchaus damit überein, dass die Mehl- und Milchpulverlieferungen des Westens eine Zumutung sind für die notleidenden Länder. Aber das Bild, das Dr. Eenfeldt hier entwirft, ist wirklich mehr als verzerrt. Leider, leider ist es auch im heutigen Zeitgeist immer noch nur eine Randströmung, dass der Konsum von Fleisch und Eiern als Aussaugen der Ressourcen wahrgenommen wird. Es ist in der gesellschaftlichen Diskussion erst seit wenigen Jahren und noch sehr vereinzelt angekommen. Dass das der Zeitgeist der siebziger Jahre gewesen sein soll, impliziert, der Vegetarismus sei ein überwundener Irrtum. Die gezogene Verknüpfung von vegetarischem und fettarmem Essen wird hier nicht richtig aufgeklärt. Man erhält den Eindruck, ein vegetarisches Essen sei tendenziell automatisch fettarm.

Tut mir leid, das Buch ist in meinen Augen eine eindeutige Fleischempfehlung.
Wenn Dr. Eenfeldt nicht Fleisch empfiehlt, dann würde ich ihm dringend empfehlen, das Buch zu überarbeiten. 


Empfehlung zu mehr tierischen Produkten?

So ganz falsch kann ich Dr. Eenfeldt da nicht verstanden haben. Wenn ich Ihre eigene Formulierung lese, so stelle ich fest, dass sie die Aussage des Buches genau so widerspiegelt, wie auch ich sie verstanden habe:

„Die Philosophie von LCHF besteht aus drei Bausteinen:
1. Man begrenzt die Kohlenhydratzufuhr auf ein Minimum.
2. Man ersetzt die dadurch fehlende Nahrungsmenge mit natürlichem Fett,
d.h. weitestgehend tierischem Fett.
Die Proteinmenge bleibt unverändert.“
(Lindborg) 

In diesem Sinne habe ich „Köstliche Revolution“ auch verstanden. Wenn nun die Menge des tierischen Proteins nicht reduziert wird und nicht wenigstens zum Teil durch pflanzliches ersetzt wird, und es kommt noch die Steigerung des tierischen Fetts hinzu, so haben wir eine Gesamterhöhung der tierischen Produkte. Dass ein Teil der tierischen Proteine durch pflanzliche ersetzt werden soll, wird nirgends auch nur in den leisesten Tönen angedeutet. Das wäre aber nötig, wenn der Gesamtkonsum der tierischen Produkte bei erhöhtem Konsum tierischen Fettes gleich bleiben soll.

Selbst das Halten des Status quo im Konsum tierischer Produkte wird durch die Aussage des Buches also nicht erreicht. Dabei ist bereits dieser Status quo höchst fragwürdig, weil er Ressourcenvergeudung, Tierausbeutung, Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und – nach der Auffassung anderer Ernährungsbücher – auch Krankheiten mit sich bringt. 


„Fehlende Ecke“ des Dreiecks

Sie zitieren meinen Punkt, wo ich die „fehlende Ecke“, nämlich das Eiweiß anspreche. Merkwürdigerweise gehen Sie gar nicht darauf ein, sondern schreiben über Kohlenhydrate. Deshalb noch einmal mein Kritikpunkt:

Die Nachkriegs-Ernährung in den westlichen „Wohlstands“-Ländern war zunehmend auf fettarm angelegt. Die Menschen wichen aus auf vermehrte, zu immer größeren Anteilen raffinierte, Kohlenhydrate und auf vermehrtes tierisches Eiweiß (mageres Fleisch, magere Milchprodukte). Diese Ernährung wird als schädlich erkannt. Es werden in dem Buch aber ausschließlich die Wirkungen der vermehrten Kohlenhydrate auf den Stoffwechsel analysiert, nicht aber die Wirkungen des vermehrten tierischen Eiweißes (es wird weder verurteilt noch freigesprochen).
Man bedenke, dass der gegenwärtige Konsum des tierischen Eiweißes ein ebensolches Novum in der Menschheitsgeschichte ist wie der der Kohlenhydrate
(auch Massentierhaltung hat es bei den Jägern und Sammlern nicht gegeben).

Die Soforterfolge bei der Reduzierung der Kohlenhydrate sind wertvoll und beeindruckend.
Dennoch sei hier hingewiesen auf die „Eiweißspeicherkrankheiten“, die durch den Konsum tierischen Eiweißes entstehen. Sie haben vielleicht eine etwas längere Inkubationszeit, sind aber im Endeffekt die gleichen Zivilisationsbeschwerden, die Sie überwunden zu haben glauben: Rheuma, Gicht, Diabetes, Arthrose, Krebs...
Erforscht hat die Eiweißspeicherkrankheiten Prof. Dr. Lothar Wendt. Die Ergebnisse seiner Forschungen hat er bereits 1948 veröffentlicht.

Anwendungserfolge und nähere Erläuterungen findet man in den Büchern

„Arthrose – Der Weg zur Selbstheilung“
von Eckhard K. Fisseler (Hans-Nietsch-Verlag),

sowie „Diabetes heilen“ und „Bluthochdruck heilen“
von Dr. Johann Georg Schnitzer.


„Essenzielle“ Kohlenhydrate?

In dieser Frage bin ich leidenschaftslos, weil ich wie Sie glaube, dass Kohlenhydrate sowieso in fast jedem Lebensmittel enthalten sind. Nur der Vollständigkeit halber folgendes Zitat von einer Website:

„Alle Zellen außer jenen des Zentralnervensysthems und die Erythrozyten, können Energie aus Fetten gewinnen. Glycerin und Fettsäuren werden bei diesem Vorgang getrennt in den Zellen abgebaut. Glycerin wird in Stoffwechsel der Kohlehydrate eingeschleust und mit diesen zusammen zu CO2 und H2O abgebaut. Kohlehydrate sind also für den vollständigen Fettabbau notwendig. (…)

Wechselwirkung zu Eiweiß und Kohlenhydratstoffwechsel.
Es können im Organismus Glucose und manche Aminosäuren aus Fetten aufgebautwerden. Glucose ist unbedingt notwendig, damit Fette gespeichert und vollständig abgebaut werden können.
Werden Kohlenhydrate aus der Nahrung weggelassen, kommt es zu schweren Störungen des Fettstoffwechsels , was zum Beispiel bei einer einseitigen Abmagerungsdiät oder bei Erkrankungen durch Stoffwechselstörungen der Fall sein kann.“
(www.ironsport.de)

 
Obst

Ein physiologischer Grund für den Obstkonsum liegt nicht nur in den Nährstoffen, die es enthält. Die andere Seite ist die Unterstützung der Ausscheidung, die reinigende Wirkung. Dass die Kohlenhydrate aus dem Obst vollkommen anders wirken als die aus Mehl und Zucker, kann man daran sehen, dass die Menschen umso schlanker werden, je höher der Anteil an Obst in ihrer Ernährung ist. Man müsste also gerade den dicken Menschen mehr Obst empfehlen! Am dünnsten sind unter den Rohköstlern die Frugivoren, und unter diesen wiederum die, die sich auf süße Früchte spezialisieren.
Das widerspricht der Annahme, es würden grundsätzlich alle Kohlenhydrate gleichermaßen dick machen.

 
Hund und Knochen

Natürlich liebt der Hund Knochen auch wegen dem Fett im Knochenmark. Aber das Knochenmark gehört ebenso wie der Knochen zu den basischen Bestandteilen des Tiers. Und warum kaut der Hund genauso gerne auf Knorpelteilen und Bindegewebs- und Tierhautfetzen herum, die dafür eigens in Tierhandlungen angeboten werden? Es sind alles basische Mineraliendepots, die dem Hund helfen, sein durch den Fleischkonsum in Schieflage geratenes Säure-Basen-Gleichgewicht auszugleichen. 


Ei des Kolumbus


Ich habe Dr. Eenfeldt nicht unterstellt, er würde von sich behaupten, Kolumbus (der Urheber) zu sein, sondern dass er das Ei des Kolumbus gefunden habe. Ich meine damit, dass er die Gegenüberstellung Fett und Kohlenhydrate als Ernährungs-Revolution bezeichnet. Dabei ist es nur ein Teilaspekt (wenn auch ein wichtiger und wertvoller).
Die Gegenüberstellung pflanzliches- und tierisches Eiweiß, sowie die Stellung und der Anteil des Eiweißes im Gesamtdreieck werden in dem Buch überhaupt nicht thematisiert. Somit wird in meinen Augen nur der halbe Erkenntnisweg gegangen.

Dennoch glaube ich, dass mir die Verdeutlichung der Zusammenhänge aus dem Buch auch als Vegetarier hilft - das habe ich ja in der Rezension bereits geschrieben.
Ich "brenne darauf", es anzuwenden und Erfahrungen damit zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Stranz 



Gmunden, am 27. August 2013  

Kommentar zur Rezension von Sebastian Stranz zum Buch
„Köstliche Revolution“

(schwedisches Original: Matrevolutionen, von Andreas Eenfeldt)
Erschienen unter http://www.sebastian-stranz.de/120401/154201.html  „Gesunde Lebensweise“ vom 05.August 2013  

Sehr geehrter Herr Sebastian Stranz!

Ich habe das Buch von Andreas Eenfeldt „Köstliche Revolution“ übersetzt und bedanke mich für Ihre Stellungnahme. Diese wurde mir vom Ennsthaler Verlag übermittelt.

Sie sind mit dem Buchautor Dr. Andreas Eenfeldt einer Meinung, dass die industriell hergestellte Nahrung das eigentliche Übel darstellt. Eine wachsende Zahl der Weltbevölkerung ist darauf angewiesen. Immer weniger Menschen haben Zugang zu natürlicher Nahrung. In diesem Punkt gibt es keine Widersprüche.

Sie begrüßen auch, dass Eenfeldt eine kohlenhydratarme Ernährung empfiehlt, lehnen es aber ab, sich von tierischen Produkten (Anfang letzter Absatz) zu ernähren..

Dazu möchte ich folgendes sagen: Es gibt nur drei Makronährstoffe: Eiweiß (Protein), Fett und Kohlenhydrate. Die Verringerung eines Teils führt zwangsläufig zur Steigerung eines der beiden anderen Teile, falls man nicht hungern will. Nun hat die Fettangst der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt, dass die Menschen immer mehr verarbeitete Kohlenhydrate und immer mehr mageres Fleisch aus Massentierhaltung gegessen haben. Beide zusammen, Fertignahrung und Massentierhaltung (mit einer Fütterung, die  an Tierquälerei grenzt), werden für die Zivilisationskrankheiten mitverantwortlich gemacht. Die verfügbare Nahrungsmenge bei pflanzlicher und tierischer Nahrung ist dramatisch angewachsen, der Preis gleichzeitig gesunken, sowie der Gewinn der Konzerne gestiegen.

Eenfeldt empfiehlt immer wieder gesunde Fette, von Tieren, die unter Bedingungen leben, an die sie evolutionär angepasst sind. Wir sollten nicht blind dem billigsten Fleisch aus Massentierhaltung nachlaufen. Dieses Verhalten macht nicht nur krank, sondern schädigt auch die Umwelt. Mit dem richtigen Wissen werden mehr und mehr Menschen auch wertvolles Fleisch aus Weidewirtschaft nachfragen, damit eine Steigerung dieser Produktion ermöglichen und den Bauern ein entsprechendes Einkommen sichern. Das ist gemeint, wenn Eenfeldt von einer Revolution spricht. Die Bauern erhalten wieder die Chance, mit Tieren und ihren Abfällen eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in Gang zu halten. Das kommt auch all jenen zugute, die vegetarisch leben wollen.

Für die Erzeugung von pflanzlichem Eiweiß ist Tierhaltung (am besten artgerecht) nötig! Ohne Kunstdünger wird sich die heutige Menge von Getreide- Mais oder Sojaprodukten nicht erzeugen lassen. Bei ökologischer Landwirtschaft muss der Dünger aus Tierhaltung stammen. Pflanzen, die wir ernten und essen, entziehen dem Boden Stickstoff. Tierischer Dung gibt dem Acker die entzogenen Nährstoffe zurück. Die Natur verlangt ein Geben und Nehmen.

Die Ernährungsfrage kann nicht so einfach mit Vegetarismus für alle gelöst werden. Vegetarische Ernährung auf gesunder Basis ist nur möglich, wenn Tiere den Boden regelmäßig beweiden und düngen. Nur durch Tierhaltung kann langfristig eine artenreiche  Vegetation geschaffen werden. Damit ist auch Vegetariern gedient, die auf diese Weise natürliche, nicht gentechnisch veränderte Lebensmittel, ohne Spritzmittel und ohne künstlichen Stickstoffdünger, genießen können. Die Erhaltung einer pflanzlichen Vielfalt ist genauso wichtig, wie der Schutz eines vielfältigen, an das Klima angepassten Tierbestandes.

Wenn Prof. Dr. Lothar Wendt vor vierzig Jahren bereits von Eiweißkrankheiten sprach, mag er nicht unrecht haben. Fettangst, die Züchtung von magerem Fleisch für die Massenproduktion, zu viele Beilagen aus Zucker und Stärke, spielen sicher eine Rolle. Daher rät Andreas Eenfeldt, nicht die Menge Eiweiß zu erhöhen, sondern die Kohlenhydrate durch gesundes Fett zu ersetzen.

Sie schreiben, „ob tierisches oder pflanzliches Eiweiß gesünder sei, blendet er aus“. Dazu kann ich nur sagen, dass in Pflanzen im Gegensatz zu tierischen Produkten, der Eiweißanteil wesentlich geringer ist. Die gegenwärtige Herstellung von pflanzlichem Eiweiß auf Basis von Monokulturen stößt immer mehr durch Knappheit von Land, fossiler Energie (Peak Oil), chemischem Dünger, Versalzung der Böden u.a. an ihre Grenzen. Das trifft auch für die Produktion von Futtermittel zu. Dazu kommt, dass der Mensch jenes Eiweiß benötigt, das essenzielle Aminosäuren enthält. Diese ca. 10 Aminosäuren fehlen in pflanzlicher Nahrung und können nur durch tierische Produkte eingenommen werden. Bei einer rein pflanzlichen Ernährung hätten wir Mangelerscheinungen, und unsere Gesundheit wäre gefährdet.

Ebenso wie ein Zuviel an Eiweiß, schadet auch ein Zuwenig. Daher raten ja viele Ärzte vom strengen Veganismus ab und empfehlen Vegetariern unbedingt Milchprodukte aus Käse, Butter, Milch, Sahne und Eier zu konsumieren. Ich kann mir keine Situation vorstellen, in der Rinder, Schafe, oder Hühner nur gehalten werden um ihre Milch oder Eier zu nützen. Eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie ein Kalb hat. Eier gibt es nur, solange sich Hühner fortpflanzen. Sollen wir diese Ressource von Eiweiß nicht nützen?

Sehr geehrter Herr Stranz! Sie können auf der englisch sprachigen Seite von Dr. Andreas Eenfeldt unter der Präsentation des Buches einen Kommentar abgeben:

http://www.dietdoctor.com/?s=k%C3%B6stliche+revolution&submit.x=6&submit.y=8

Für ihre positive und negative Kritik danke ich Ihnen. Genau wie ich, sehen Sie die gegenwärtige Ernährungssituation g sehr kritisch. Wir unterscheiden uns vielleicht nicht so sehr in der Ursachenforschung, sondern eher in den Möglichkeiten einer Lösung. Diese Diskussion muss stattfinden. Ich danke Ihnen, dass Sie dazu einen öffentlichen Beitrag leisten.

Robert Schönauer   


31.08.2013

Sehr geehrter Herr Robert Schönauer,  

vielen Dank, dass Sie auf die Gemeinsamkeiten aufbauen und für die Darlegung Ihres Standpunktes. Vielen Dank, dass Sie sich einer Diskussion öffnen. So bekommen verschiedene Anschauungen die Gelegenheit, sich darzustellen.  

Ich möchte gerne auf Ihre Aussagen eingehen und meine eigene Anschauung gegenüberstellen. Vielleicht gelingt es mir, ein Bild zu entwerfen, das für den Leser ein paar in sich stimmige Elemente enthält.  

Zum Konsum tierischer Lebensmittel stelle ich mich kritisch. Meine Grundaussage ist: Die Lösung in der Ernährungsfrage liegt in einer Rückkehr von Ackerbau und Viehzucht zum Gartenbau. Dem liegt eine mythologische Sichtweise zugrunde, die im christlichen Glauben wurzelt. Gleichzeitig aber zeigen sich mit gesundem Menschenverstand betrachtet die ökologischen, gesundheitlichen und, nicht zu vergessen, ethischen Vorteile einer Gartenbau-Lebensweise.
„Low Carb High Fat“ beschreibt interessanterweise, den Anhängern vermutlich unbewusst, die Rückkehr vom Ackerbau zum Gartenbau. Die Viehzucht wird nach dieser Lehre jedoch beibehalten.  

Ich möchte darlegen, dass diese „Umkehrung des Sündenfalls“ ein richtiger Schritt ist, jedoch unvollständig. Unter diesem Vorbehalt wünsche ich dem Buch die größtmögliche Aufmerksamkeit und Verbreitung, wie ja auch das Fazit meiner Rezension eine Empfehlung ist.
Eine Kombination von „Köstliche Revolution“ mit dem aktuellen Buch von Rüdiger Dahlke „Peace Food“, das vegane Ernährung empfiehlt und auf die Ergebnisse der Jahrzehnte umfassenden „China Study“ aufbaut, wäre in meinen Augen das Ideale. Das Buch „Low Carb Vegan – Gesunde Gartenbau-Ernährung“ wird sicherlich bald geschrieben, wenn nicht von mir, dann von einem anderen. Die Zeit ist reif dafür.  

Die drei „Makronährstoffe“ sind die Nährstoffe, die uns die Kalorien liefern. So ist es logisch, dass es in der Ernährung zu einem Ausgleich kommen muss, wenn einer dieser Nährstoffe reduziert werden soll. Allerdings muss schon gefragt werden, ob die Gesamtkalorienmenge, die wir durchschnittlich aufnehmen, nicht zu hoch angesetzt ist. Das würde bedeuten, dass nicht jede Energieeinheit, die wir bei den Kohlenhydraten einsparen, durch Fett ersetzt werden muss. Eine niedrigkalorische aber nährstoffreiche Ernährung (ohne zu hungern) befördert nach übereinstimmender Ansicht vieler Ernährungswissenschaftler die Langlebigkeit bei guter Gesundheit. Deshalb könnte „Low Carb Vegan“ ein bezeichnendes Credo für die von mir angestrebte Gartenbau-Ernährung sein (wobei an Fett natürlich keinesfalls gespart werden soll).  

Sie schreiben richtig, dass „die Fettangst der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt hat, dass die Menschen immer mehr verarbeitete Kohlenhydrate und immer mehr mageres Fleisch gegessen haben“. Das Buch setzt sich allein mit den Folgen der verarbeiteten Kohlenhydrate auseinander. Fettarme tierische Produkte bedeuten jedoch auch automatisch eiweißreiche tierische Produkte. Sollte der erhöhte Konsum des tierischen Eiweißes nicht auch einen Anteil an den Zivilisationskrankheiten haben?  

Unsere Großeltern kannten noch den „Sonntagsbraten“. Eine Mahlzeit oder gar ein Tag ohne Fleisch werden heute als Zumutung empfunden. Die zarte Initiative des „Veggie-Day“ der Grünen in Deutschland, der nüchtern betrachtet bezogen auf die ganze Woche niemandem eine Ernährungsweise vorschreiben würde, wird heute von der Mehrheit immer noch als ein bevormundender Eingriff abgelehnt. Das zeigt deutlich, wie sehr wir die Verhältnismäßigkeit verloren haben, wenn man bedenkt, dass Fleisch dem Großteil der Bevölkerung noch vor hundert Jahren nur wenige Male in der Woche möglich war.
Die Folgen des erhöhten Konsums tierischen Eiweißes werden im Buch „Köstliche Revolution“ nicht beleuchtet. Es wird allein eine Reduktion der verarbeiteten Kohlenhydrate vorgeschlagen, nicht des tierischen Eiweißes. Das tierische Eiweiß wird aber auch nicht freigesprochen. Von einer Reduktion ist keine Rede, Dr. Eenfeldt rät lediglich „nicht die Menge Eiweiß zu erhöhen“. Es wird einfach vorausgesetzt, dass wir es brauchen.  

Dem möchte ich widersprechen.
Ich selber bin Vegetarier seit 1981. Von 2002 bis 2006 und seit Anfang 2013 ernähre ich mich vegan. Ansonsten ernähre ich mich seit Anfang der 90er Jahre lactovegetarisch und zwar gezielt mit fettreichen, also eiweißarmen Milchprodukten (wie es z.B. auch Dr. Bruker empfiehlt). Seit über zwanzig Jahren also komme ich mit einem Minimum an tierischem Eiweiß aus, seit über einem halben Jahr ohne. Der Verzicht an tierischem Eiweiß stellt nach meiner bisherigen Erfahrung überhaupt keine Hürde dar. Es ist ja nicht so, dass der Körper das „vollständige“ tierische Eiweiß in der Ernährung 1:1 übernehmen könnte. Natürlich muss es in der Verdauung in seine Aminosäuren zerlegt werden, die üblicherweise auch noch durch die Erhitzung denaturiert sind.  

In der Verdauung gibt es drei Stufen:
Zerlegung / Nährstoff-Resorption und Wieder-Zusammensetzung / Abfallbeseitigung.

Sicher werden Sie mir zustimmen, dass die tierischen Eiweiße, so wie sie sind, nicht einfach resorbiert werden können. Da aber die Zerlegung bei tierischem Eiweiß sehr viel schwieriger ist als bei pflanzlichem und da dabei die kaum verstoffwechselbare Harnsäure anfällt (uns fehlt das Enzym Uricase der Raubtiere), kommt es zu den von Dr. Lothar Wendt bereits vor 65 Jahren beschriebenen „Eiweißspeicherkrankheiten“ und zur „Übersäuerung“. Der Begriff der Übersäuerung ist in der heutigen Medizin umstritten. Natürlich könnte ein Mensch mit saurem Blut nicht überleben. Der Funktionsspielraum des Blutes liegt bei einem pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45 – mit geringen Toleranzen, aber immer über 7, also im basischen Bereich. Also kann es gar keine übersäuerten Menschen geben. Soweit richtig. Deshalb muss man den Begriff präzisieren und sollte eigentlich von „Entbasung“ sprechen. Denn der Körper muss bei der Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Proteinen ständig die eigenen Depots an basischen Mineralien angreifen, um die Funktionsfähigkeit des Blutes aufrechtzuerhalten. Das geht auf Kosten der Knochen, der Gelenke und des Bindegewebes, sowie des Zellmilieus an sich, mit den resultierenden Erkrankungen: Rheuma, Osteoporose, Arthrose und Krebs. Denn ein Kennzeichen von Krebszellen ist das saure Milieu, so dass es wirklich nicht zu weit hergeholt ist, dass tierische Aminosäuren ein Faktor bei der Entstehung von Krebs sind.

Die Phase der Abfallbeseitigung wird von tierischem Eiweiß auf zwei Ebenen behindert: Es führt zu Eiweiß-Ablagerungen an den Kapillaren, sowie zu Verdauungsschlacken-Ablagerungen an den Darmwänden. Es kommt zu einer sich immer mehr anhäufenden Vergiftung des Körpers.
In den tierischen Fetten häufen sich die Schadstoff-Rückstände aus Umwelt und Medikamenten in viel höherem Maße an als in jedem anderen Lebensmittel. - Und die tierische Ernährung soll natürlich und sogar unverzichtbar sein???  

Bedenken wir die Funktionen der drei Makronährstoffe (plakativ betrachtet):
Kohlenhydrate liefern die Sofortenergie / Fette liefern die langfristig verfügbare Energie und fungieren als Wärmedämmung und Organschutz / Eiweiße gelten als Baustoff.
Deshalb ist zu fragen, wie hoch der Eiweißbedarf, pro Tag und Kilogramm Körpermasse, wirklich ist. Ein Säugling, der sich gerade aufbaut, sowie ein Heranwachsender, haben einen höheren Eiweißbedarf als ein Erwachsener, denn sie benötigen natürlich noch den Baustoff. Dabei zeigt es sich, dass die menschliche Muttermilch einen sehr viel höheren Fettgehalt hat als die Kuhmilch, also einen geringeren Eiweißgehalt. Denn der menschliche Säugling baut im Verhältnis zu einem Kalb mehr Gehirnmasse und weniger Fleischmasse auf. Gehirn und Nerven benötigen zu ihrem Aufbau Fett, nicht Eiweiß. Das Hühnerei hat ähnlich wie die Kuhmilch einen Eiweißanteil, der sehr viel höher liegt als der in der menschlichen Muttermilch, weil ja das Eiweiß des Eis die Aufgabe hat, das wachsende Hühnerembryo zu versorgen. Der Erwachsene benötigt in seiner Ernährung logischerweise einen Eiweißanteil, der noch niedriger ist als in der menschlichen Muttermilch. Was tut sich dann der Erwachsene an, der Kuhmilch trinkt und andere tierische Eiweiße zu sich nimmt? Er sendet seinem Körper ständig Wachstumsimpulse, die für einen ausgewachsenen Körper natürlich völlig anachronistisch sind. Ist es nicht folgerichtig, dass wir es hier mit einem Risiko-Faktor für Krebs zu tun haben? – Und erst recht, wenn man die mitverspeisten Wachstumshormone aus der Massentierhaltung mit einbezieht?  

Ich habe behauptet, dass Dr. Eenfeldt eine Steigerung der tierischen Produkte empfiehlt. Frau Nicole Lindborg (von www.lchf.de) hat dem vehement widersprochen, konnte jedoch meine Deutung nicht widerlegen. Denn ein erhöhter Konsum von tierischem Fett bei gleichbleibendem Konsum von tierischem Eiweiß bedeutet natürlich eine Gesamterhöhung des tierischen Ernährungsanteils. Eine Reduktion des tierischen Eiweißes wird nirgends auch nur leise angedeutet, im Gegenteil, seine Notwendigkeit für die menschliche Ernährung wird betont, so auch bei Ihnen.  

Sie sprechen von 10 essenziellen Aminosäuren, andere Quellen von 8. Wichtig ist, dass so einfache Lebensmittel wie grüne Blätter (Feldsalat, Postelein, Spinat), Kartoffeln, Bananen und Sprossen uns alleine schon das gesamte Spektrum der essenziellen Aminosäuren liefern. Eine Kombination von verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide mit Hülsenfrüchten liefert es ebenso. Wo ist das Problem? Eine Eiweißunterversorgung ist nur von allgemein unterernährten Menschen bekannt. Dass wir tierische Lebensmittel für die Versorgung von Eisen und Vitamin B12 bräuchten, hat Christian Opitz in seinem Buch „Ernährung für Mensch und Erde“ bereits 1995 widerlegt (Hans-Nietsch-Verlag, Freiburg). Eisenmangel ist keine Spezialkrankheit der Vegetarier, sondern eine Frage der Resorbierbarkeit des zur Verfügung stehenden Eisens, die durch Fleischkonsum gehemmt und nicht gefördert wird. B12-Mangel, den ich als Vegetarier-Problem durchaus ernst nehme, ist ein Problem der Darmflora, und somit der Umstellung von der tierischen auf die pflanzliche Ernährung. Die tierische Ernährung verhindert die körpereigene B12-Produktion und behauptet dann der Retter zu sein, weil sie dieses Vitamin liefert. Woher es aber die pflanzenfressenden Tiere haben sollen, wird bei dieser Überlegung nicht mit einbezogen. B12-Mangel ist ein seltenes Umstellungsproblem bei Vegetariern, die fanatisch vorgehen und zu wenig über ihren Körper wissen. Ein wenig gesäuerte Milchprodukte oder auch Sauerkrautsaft, regelmäßig als Salatbeigabe statt Essig genossen, könnten da bereits Abhilfe schaffen.  

Sie stellen einen Zusammenhang her, dass „artgerechte Nutztierhaltung“ (wenn es denn so etwas überhaupt gibt) nötig sei, um pflanzliches Eiweiß zu produzieren. Zur Zeit erleben wir eine Jauche-Überdüngung der Felder, die zu einer Nitrat-Vergiftung, Ammoniakverpestung und Stickstoff-Überversorgung der gesamten Umwelt führt und aus dem Entsorgungsproblem der tierischen Exkremente resultiert. Wollen Sie behaupten, wir bräuchten das? Schon lange kann der „Bauer“ (der heute eher als „Agrar-Produzent“ bezeichnet werden sollte) die Fäkalienmassen nicht mehr bewältigen, indem er sie im guten alten Misthaufen kompostiert. Der Misthaufen wandelte die übelriechende faulende Masse in Zusammenhang mit Stroh in erträglichen milchsauer gärenden Dünger um, der tatsächlich einen gewissen Kreislauf hergestellt hat. Die heutige Jauche-Überschüttung der Felder geschieht schon lange nicht mehr für die Düngung, sondern aus einem ungelösten Entsorgungsproblem.
Wie wollen Sie dieses Entsorgungsproblem lösen und wo wollen Sie die Weideflächen hernehmen, bei noch höherem Fleischkonsum?  

Bereits Alexander von Humboldt prägte den Satz:  

Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner.
 

Wir benennen Universitäten nach ihm, bedenken aber nicht, was er gesagt hat. Die Wahrheit in diesem Satz ist so treffend auf den Punkt gebracht und zeitlos gültig. Wenn wir sie beachten, dann werden Kriege um Land und Ressourcen überflüssig.  

Sie schreiben, wir bräuchten tierisches Eiweiß, um pflanzliches herzustellen. Der gravierende Zusammenhang von pflanzlichem und tierischem Eiweiß bedeutet heute:

„Etwa 90 Prozent der europäischen Soja-Importe sind für die Tierhaltung bestimmt.“

http://land-grabbing.de/triebkraefte/futtermittel/fallbeispiel-sojaproduktion-in-lateinamerika/  

Und das bei einem ungelösten Welthungerproblem!
Wenn uns die Tiere egal geworden sind und wir die Tierausbeutung hemmungslos verfolgen und gegenüber Kritikern verteidigen – haben wir denn auch keine ethischen Empfindungen gegenüber unseren Mitmenschen mehr? Müssten denn die Soja-Lieferungen nicht direkt nach Indien und Afrika gehen, anstatt in die Viehställe der westlichen Industrienationen?
Den Kleinbauern in Südamerika wird von korrupten Groß-Unternehmen in Zusammenarbeit mit Regierungskräften das Land entrissen, damit wir in Deutschland unser Vieh füttern können. Wir brauchen 16 Kilogramm Getreide bzw. Soja, um 1 Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen. Entsprechend benötigt die „Eiweißveredelung“ über das Tier größere Ressourcen an Land und Trinkwasser.  

Eine vegane Landwirtschaft ist durchaus möglich, wie es die immer mehr werdenden Modellprojekte beweisen (siehe www.lebegesund.de oder die österreichische Internetseite www.biovegan.org). Ihre Erzeugnisse haben eine sehr viel höhere Qualität als die auf Tierdüngung basierten. Die vegane Landwirtschaft ermöglicht die Regeneration der Felder durch Drei-Felder-Wirtschaft mit Fruchtwechsel und Ruheperioden, durch mineralische Düngung, sowie durch pflanzlichen Kompost. Das Problem für die vegane Landwirtschaft ist nicht die Regeneration der Felder, sondern allein die Akzeptanz einer höherpreisigen biologischen veganen Ernährungsweise. Würde die EU ihre Fördergelder statt in die Tierwirtschaft in die biologische vegane Landwirtschaft stecken, so wäre die Höherpreisigkeit kein Problem mehr. Würden die tierischen Produkte im Handel so viel kosten, wie sie in der Erzeugung kosten und wie sie dem „Bauern“ einen gerechten Stundenlohn ermöglichen (mal ganz abgesehen von den Folgekosten für die Umwelt), so wären wir bei einem Großteil der Bevölkerung schon längst wieder beim Sonntagsbraten. Das Kostenproblem der biologisch-vegan erzeugten Ernährung ist also in Wahrheit ein politisches Problem und sehr wohl lösbar. Wer den Mehrwert der so erzeugten Produkte erkennt und seine Prioritäten dementsprechend setzt, leistet sie sich so oft wie möglich bereits heute.
Das Problem, was mit den Tieren geschehen soll, die nur gehalten werden, um ihre Milch oder Eier zu nützen, stellt sich bei veganer Landwirtschaft gar nicht. Eine solche Situation können Sie sich nicht vorstellen, schreiben Sie. Formulieren Sie es doch einmal anders:  

Auch an Eiern und Milch klebt Blut und unendliches Leid der Tiere!  

Deshalb kann natürlich der Vegetarismus nur eine Zwischenlösung sein. Erst die vegane Ernährung und die vegane Landwirtschaft bilden den wirklich konsequenten Lebensstil. Hier haben wir ohne Monokulturen mit einem hochdiversifizierten Anbau eine Sicherung des menschlichen Eiweißbedarfs bei insgesamt niedrigerem Landbedarf, da der Umweg über das Tier erspart bleibt. Hier wäre die Lösung für vielfältige Probleme bezüglich Land-, Wasser- und Energieressourcen, bezüglich Welthunger, Umweltverschmutzung und sogar Klimaerwärmung.  

Dem entgegen steht das Festhalten an der Fleischernährung. Für dieses Festhalten gibt es nach meiner Analyse keine zwingenden Argumente, auch wenn eine gesellschaftliche Umstellung natürlich sukzessive und nicht von heute auf morgen vor sich gehen kann. Das, was dieser Umstellung entgegen steht, sind weder ernährungsphysiologische noch landwirtschaftliche zwingende Gründe, sondern allein mangelnde Aufklärung, Festhalten am alten Lebensstil oder der Geschmack an dieser Ernährung.
Wenn jemand zugibt „das ist mein Ernährungsstil, das schmeckt mir, anders kann ich es mir nicht vorstellen“, dann ist das für mich ehrlich und sympathisch und unwiderlegbar. Aber die pseudowissenschaftlichen Untermauerungen dieses Festhaltens am Alten sind vollkommen unnötig, denn sie sind unhaltbar und leicht zu widerlegen.  

Aus gesundheitlicher Sicht, auch im Sinne eines dauerhaften Abnehmens, sei hier beispielsweise empfohlen die Literatur von:

-     Dr. Bircher-Benner: „Ordnungsgesetze des Lebens“
-     Are Waerland (finnisch-schwedischer Ernährungsreformer): „Nie mehr Rheuma“
-     Dr. Johann Georg Schnitzer: z.B. „Der alternative Weg zur Gesundheit“
       und „Bluthochdruck heilen“
-     John Robbins: „Ernährung für ein neues Jahrtausend“
       (u.a. Aufklärung über den Eiweiß-Mythos)
-     Christian Opitz: „Ernährung für Mensch und Erde“
       (u.a. Aufklärung über den Eiweiß-Mythos)
-     Peter Jentschura / Josef Lohkämper: „Gesundheit durch Entschlackung“
-     Rüdiger Dahlke: „Peace Food“  

Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, sollte an den Veröffentlichungen dieser renommierten Autoren nicht einfach vorbeigehen.  

Ohne mich im Entferntesten mit diesen naturwissenschaftlich vorgebildeten Autoren vergleichen zu wollen, möchte ich hier hinweisen auf meine kleine Broschüre „Der Vollwertweg“. Ich empfehle sie, weil sie die physiologischen Nachteile des Fleischkonsums in kurzer Form erläutert.  

Ein Langzeitprojekt von mir ist „Low Carb Vegan“. Für dieses Buch benötige ich jedoch noch mehr Erfahrungen am eigenen Körper. Durch die Anregung von „Köstliche Revolution“ ersetze ich sehr oft Nudeln durch Zuccinis oder Auberginen (Zuccinis oder Auberginen mit Tomatensoße). Ich nehme weniger Kartoffeln und esse lieber Nüsse statt Brot. Aber es fällt mir schwer, da konsequent zu sein. Ich gehe schrittweise vor. Schließlich dauerte mein Übergang zur veganen Ernährung ja über dreißig Jahre. Das ist für mich heute kein Problem mehr. Der Übergang zu „Low Carb“, zur hundertprozentigen Gartenbau-Ernährung, wird sicher schneller gehen und wird angestrebt.  

Ich danke Ihnen sehr für die zündende und inspirierende Übersetzung des Buches von Dr. Eenfeldt, wünsche Ihnen größtmöglichen Erfolg damit und hoffe, ich konnte Sie dazu anregen, auf dem Gebiet der Ernährung weiterzuforschen.  

Mit freundlichen Grüßen   Sebastian Stranz



31.08.2013 danke für die antwort

sehr geehrter herr stranz,
Sie dürfen gerne meinen kommentar auf ihrer homepage veröffentlichen.
ich meinerseits werde in nächster zeit die von Ihnen genannten quellen 
studieren.
mit besten grüßen
robert schönauer



>Weizenwampe